Bildquelle: © Salzburger Festspiele / Thomas Aurin
Nina Stemme als „Lady Macbeth von Mzensk“
Sie vergiftet ihren tyrannischen Schwiegervater und billigt den Mord an ihrem Ehemann - Katerina Ismailowa, die "Lady Macbeth von Mzensk", ist eine Kriminelle
im dörflichen Russland der Zarenzeit. Dmitrij Schostakowitsch hat sie 1934 nicht nur zur Titelfigur seiner berühmtesten Oper gemacht, er bringt ihr, trotz ihrer Taten, musikalisch und psychologisch große Sympathie entgegen. Schuldlos schuldig geworden ist sie für ihn, der einzig empathische Mensch in einem Gefüge aus Despoten und Intriganten. Krass, satirisch überzeichnet, fratzenhaft zeichnet der Komponist Katerinas Gegenwelt und hat seine kühne Oper nach der Vorlage Nikolaj Leskovs selbst als "Tragödie-Satire" bezeichnet.
Josef Stalin schuf 1936 ein sowjetisches Exempel und verbot das Stück mit schwerwiegenden Folgen für den Komponisten; längst gilt sie uns aber als
Schostakowitschs bedeutendeste Oper. BR-Klassik sendet den Premierenmitschnitt der Salzburger Festspiele 2017 - mit der Schwedin Nina Stemme als "Lady Macbeth von Mzensk". Mariss Jansons dirigiert die Wiener Philharmoniker.