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Irgendwann passiert es. Die eigenen Freunde und Bekannten künden eine Weltreise an. Oder zumindest eine halbe, oder eine viertel … Mit dem Zug, per Anhalter oder mit dem Rad. So ist es auch mir passiert. Ein Freund aus Rangsdorf (wer nicht Rangsdorf kennt, kennt vielleicht Berlin) und eine Münchnerin sind zusammen fast 8000 Kilometer geradelt. Nicht unbedingt des Radsports wegen, sondern als langsame Art des Reisens, um möglichst nah an Leuten und Alltag zu sein. Ich hefte mich nachträglich an ihre Fersen, pardon, Reifen, und tauche mit ihnen nochmals in die unendlichen Klanglandschaften Innerasiens ein - vom tibetischen Hochland quer durch „Sowjetistan“ bis in den Kaukasus. Ich erlebe mit ihnen die Angst im buddhistischen Zentrum Larung Gar; das Fremdsein in China; überquere Pässe, die nach Musikern benannt sind oder feiere das kirgisische Frühlingsfest mit dem großen Manas-Epos.
Während ein Fahrradkino die Energie liefert, um einen Film zu schauen, wird hier „Fahrradio“ präsentiert, das die fahrradiesische Tour akustisch im Zeitraffer miterleben lässt - und dabei immer wieder die Synthesen von östlicher und westlicher Musik greifbar macht.