Bildquelle: Ensemble Sarband
Die Poesie orientalischer Klänge auf originalen Instrumenten - das ist die Spezialität des Ensembles Sarband. "Die Rose und die Nachtigall" lautet der Titel des Programms mit osmanischer Musik, das Sarband im Rahmen der Reihe "Musica Antiqua" am 20. Januar im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg vorstellte - eine klangliche Reise in die Welt der Serails in Istanbul, wo eine sehr tief gehende, äußerst kunstvolle und subtile Musik zum Wohlbefinden der Mächtigen beitrug.
Osmanische Musik - die Kultur eines Reiches, in dem Araber, Türken, Armenier, Griechen, Slawen, Perser und viele andere Völker sowie Muslime, Juden und Christen über Jahrhunderte zusammenlebten. Freilich nicht immer in Frieden und Harmonie, aber in stetem und ungeheuer fruchtbarem kulturellem Austausch. Bis heute leben wir mit den Nachwirkungen, die der Untergang des osmanischen Reiches im gesamten Orient hinterließ. Alle Länder dieser Region, in denen heute Krieg herrscht, vom Jemen über Syrien bis zum Irak, gingen aus den Trümmern des Riesenreiches hervor. Die vielfältigen Kulturen und Religionen, die sich in der aufgeheizten politischen Atmosphäre heute feindlich gegenüberstehen, haben allesamt ihren Teil zur jahrhundertealten Musiktradition des osmanischen Reiches beigetragen, die das Ensemble Sarband in seinem Konzert wieder aufleben lässt. Musik als Brücke zwischen den Kulturen - der Impuls, mit dem Sarband vor dreißig Jahren angefangen hat, ist heute aktueller denn je.